Galerie zum Bild „Kontroverse“, 120 x 80 cm, Öl auf Leinwand 2020

Zugegeben, ein ungewöhnlicher Name für eine Landschaft mit Sonnenblumen. Auf meinen spätsommerlichen Rennradtouren durch meine Heimat entdeckte ich dieses Motiv, das mich sofort gefangen nahm. Konnte ich doch sofort Parallelen zu uns Menschen ziehen, wenn wir in unseren Gemeinschaften Aspekte diskutieren, die uns ganz in ihren Bann ziehen, weil sie uns alle angehen, je mehr, desto energischer sind die Reaktionen. Das scheint auch hier, in dieser Gemeinschaft der Fall zu sein:
Sieh die beiden Platzhirsche, die sich ihrer Sache und ihrer Stellung sicher, sich mit ihrer Meinung durchzusetzen scheinen.
Und der Fuchsschwanz ist echauffiert, an den Rand gedrängt und plustert sich auf, hilflos und schlaff leistet er keinen essentiellen Beitrag, nur heiße Luft ist zu erwarten, aber gut sieht er aus.
Die etwas schmalere Sonnenblume an der Seite der Platzhirsche träumt abwesend vor sich hin, wendet sich ab und ist nicht bei der Sache, sie wird ein ihr nahe stehendes Problem wälzen. Erst die Faust auf dem Tisch (im übertragenen Sinne) wird sie aus ihrer Gedankenwelt reißen.
Sogar eine eingeschnappte Leberwurst habe ich etwas oberhalb der Bildmitte gefunden (oder versteckt). Sie ist durch nichts und durch niemanden zu überzeugen, ein Nihilist sozusagen.
Die jungen Blumen, aufsteigend, aber zerbrechlich tummeln sich entgegen der Sonne, als gäbe es keinen Morgen, undiszipliniert und vollkommen anderer Meinung mischen sie den Laden auf, mit ihrer Lust am Leben und sich fortpflanzen. Sie scheinen andere Wege versuchen zu wollen.
So sind die Blumen scheinbar nicht anders in ihrem Sein, kontrovers, kommunikativ wie wir Menschen (wie die Wissenschaft bei Bäumen und Pflanzen schon nachgewiesen hat).
Der Wechsel der Lichtfarbe im LuxoFrame unterstützt die Räumlichkeit der Komposition und die Lebendigkeit des Bildes.

Fotografiert ohne Rahmen Leuchtfarbe Weiss

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Weiss an der Wand

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Blau

Fotografiert an der Wand im LuxoFrame Leuchtfarbe Blau

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Gelb

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Grün

Video im Farbdurchlauf von vorne gefilmt

Galerie zum Bild „Erste Elegie – Rilke-Projekt“, 80 x 100 cm, Öl auf HDF, 2016

Vor einigen Jahren wurden vertonte Gedichte unter dem Titel Rilke-Projekt 1-3 (Schönherz und Fleer) aufgelegt. Seit dem befasse ich mich mit diesen und anderen Gedichten von Rilke.

Auszug aus Rainer Maria Rilke: Duineser Elegien – Kapitel 1

Die erste Elegie

Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen? Und gesetzt selbst, es nähme einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen, und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht, uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich…

 

Die Darstellung von Mutter und Kind wird seit langer Zeit in der Darstellenden Kunst immer wieder in Angriff genommen. Auf den ersten Blick strahlt Harmonie auf den Betrachter aus. Die Mutter mit dem Kinde als Königin des Guten. Um dieses Motiv zu verstärken, wurde es in einen goldenen Rahmen gesetzt, gleich den religiösen Ikonen (Maria mit dem Kinde). Auf den zweiten Blick steht im Vordergrund jedoch die Königskobra mit dem Ankh-Zeichen (Lebensschlüssel) in der Krone, die angriffslustig und drohend ihr Giftzähne in Stellung hält. Nicht nur Verteidigung sondern auch Angriff ist eine herausragende  Fähigkeit von Müttern, wenn es darum geht, ihre Nachkommen zu schützen. Rosen, in den Himmel wachsend, halten Raupen aus, die fleißig an den Blättern nagen. Werden die Raupen die Rosen vernichten, bevor sie zu Schmetterlingen werden? Das Einhorn als das Sinnbild des Guten und Pegasus, das Pferd, das Mütter, wenn sie Geschichten erzählen, reiten schweben über Mutter und Kind. Der Mond in Form des Peace-Zeichens bedeutet Frieden als erste Voraussetzung für Mutter und Kind. Jedoch sind gerade Mutter und Kind immer wieder Ursache für Kriege, Streit und Auseinandersetzungen, wenn auch keineswegs durch sie selbst gewollt.

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Weiss

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Gelb

Fototgrafiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Grün

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Blau-Grün

Video im Farbdurchlauf

Galerie zum Bild „Hot“, 60 x 60 cm, Öl auf Leinwand 2020

Elwida nannte dieses Werk „Hot“. Kleine Kinder lernen, wenn die Mutter dieses Wort ruft: vorsichtig, es ist heiß. Hat das Kind noch nicht gelernt, was das bedeutet, wird es sich verbrennen. Was dann folgt, sind schmerzhafte Verbrennungen, Brandblasen, die höllisch wehtun.
Um diese Metapher dreht sich das Bild. Was wir Menschen anderen Mitbewohnern auf unserem Planeten antun, wenn wir weiter so sorglos und egoistisch leben, kann jeder jetzt nachvollziehen, weil jeder weiß, dass Brandblasen, die der gezeigte Baum herausgebildet hat in der Glut der Sonne, Schmerzen auslösen, die unvergleichbar sind. Das leuchtende Glitzern bildet einen Kontrast dazu.

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Weiss

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Grün

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Violett

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Blau

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Viridingrün

Video im Farbdurchlauf von vorne gefilmt

Video im Farbdurchlauf von der Seite gefilmt

Galerie zum Bild „Sleepless – Polarlights only for me“, 100 x 80 cm, Öl auf HDF, 2019

Elwida hat mit diesem Bild eine Situation dargestellt, die sie im Winter, schlaflos am Fenster stehend, schon oft erlebt hat. Frisch gefallener Schnee verzaubert den kleinen Ort. Heimat und kleine Wunder kann man da erleben, wo man sich hingibt und genau hinschaut. Wie bei allen Bildern von Elwida wird auch dieses mit farbigem Licht verwandelt. Die Polarlichter kommen und gehen und lassen den Betrachter innehalten.

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Gelb

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Grün

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Blau

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Violett

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Pink

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Altrosa

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Blau-Grün

Video im Farbdurchlauf

Galerie zum Bild „Bauerngarten Adaption (G. Klimt)“, 60 x 60 cm, Öl auf Leinwand, 2018

Basis für meine Überlegungen war das Bild von G. Klimt „Bauerngarten“. Den vielen Versionen von Klimt gemalt, wollte ich meine dazu fügen, nur auf meine Art und Weise gemalt, mein Stil angewendet.

Im Unterschied zum Original wird Wichtigkeit, der Schwerpunkt für den Betrachter nicht nur auf die Blütenblätter geholt, sondern auf die gesamte Pflanze. Die Blätter kommen dadurch in die Ebene der Blüten. Ziel dieser Wichtung war die Ansicht der Künstlerin, dass nicht nur die Blüte von Bedeutung ist, dass ohne die Blätter die Blüte nicht langfristig existieren kann, dass Blätter neben ihren uns bereits bekannten Aufgaben/ Funktionen vermutlich noch „Dinge“ erledigt, von denen wir nichts wissen, die aber von immanenter Bedeutung sind.

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Weiss

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Grün

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Gelb

Fotografiert im Luxoframe Leuchtfarbe Blau

Video im Farbdurchlauf

Galerie zum Bild „Die galaktische Sonnenblume – Adaption (G. Klimt)“, 100 x 80 cm, Öl auf Leinwand, 2019

Basis für meine Überlegungen war das Bild von G. Klimt „Die Sonnenblume“. Den vielen Versionen von Klimt gemalt, wollte ich meine dazu fügen, nur auf meine Art und Weise gemalt, mein Stil angewendet. Und doch sollte sie sich unterscheiden durch Kraft, durch Ausstrahlung. Die Entwicklung des galaktischen Getriebes, als eine sehr effiziente neue, viel kleinere Getriebeart, die Verleihung von Preisen und die damit verbundene Veröffentlichung in den Medien, ließ mich aufhören (als Diplom-Ingenieur) und war Anlass, einen bereits bestehenden Entwurf zu überarbeiten.

Als Mittelpunkt des Universums wählte ich die Blüte aus, von ihr gehen konzentrische Kreise in immer weitere Entfernung. Jedes Blatt,  jede Blume, alles erhält Licht und damit Wärme. Selbst im entferntesten Winkel werfen kleinste Flächen wie Sterne das Licht zurück. Die Präsenz über diesen Bildaufbau soll dem Betrachter zurufen: siehe, hier bin ich und ich tue dir Gutes und allen ringsherum.

Fotografiert im LuxoFrame bei Tageslicht

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Weiss

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Blau

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Violett

Video im Farbdurchlauf

Galerie zum Bild „Baum“, 80 x 100 cm, Öl auf HDF, 2017

Ein prächtiger Baum mit verzaubertem Unterholz. Augen schauen und warnen:

Rühr mich nicht an!  Oder: ich sehe alles, was du mir antust!

Goldene Blätter flirren beim Standortwechsel des Betrachters. Farbiges Licht verwandelt die Situation in eine Abendstimmung (blaues Licht) in Frühling (gelbes Licht) oder sommerliche Glut (rotes Licht). Der Rahmen aus altem Holz unterstützt die Wirkung des Bildes.

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Weiss

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Violett

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Grün-Gelb

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Gelb

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Grün-Blau

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Blau

Video zum Bild Baum

Galerie zum Bild „Wald bei Wolkenstein“, 60 x 60 cm, Öl auf Leinwand, 2018

In vielen Spaziergängen in jungen Jahren, Hand in Hand mit dem geliebten Mann hat ELWIDA diesen Tunnel im Wald bei Wolkenstein (Sachsen) lieben gelernt. Auch dieses Bild verändert seine Stimmung bei farblich wechselnder Beleuchtung.

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Weiss

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Orange

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Grün

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Blau-Grün

Video im Farbdurchlauf

Galerie zum Bild „Self-Definiton“, 80 x 120 cm, Öl auf Leinwand, 2018

Trotzig liegt die Floristin vor dem zerbrochenen Spiegel, ein Kind in sich tragend, selbstbestimmt, mit beiden Beinen im Leben stehend. Der Betrachter kann nicht sehen, was in der Liegenden vor sich geht, da sie eine Maske trägt. Warum wohl ist ihre Hand nicht auf dem Bauch, warum sind die Blumen, die sie selbst gezogen hat, im Spiegel weiß?

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Weiss

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Grün

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Blau

Video im Farbdurchlauf

Galerie zum Bild „Pas de deux im Winterwald“, 104,5 x 65 cm, Acryl auf Leinwand, 2018

Die verschneiten Bäume scheinen einander die Hände zu reichen, wie beim Pas de Deux. Glitzernder, gefrorener Schnee fasziniert den Betrachter. Metallacryl im Vordergrund lässt die Landschaft räumlich erscheinen. Farbiges Licht verwandelt die Situation vom Sonnenuntergang über tiefe Nacht zum Sonnenaufgang. Der Betrachter wir eingeladen, den glitzernden Weg im eisigen Schnee hin zum Winterwald zu wandeln und mit zu tanzen.

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Grün

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Rosa

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Violett

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Blau-Violett

Fotografiert im LuxoFrame Lichtfarbe Dunkelblau

Video im Farbdurchlauf

Video im Farbdurchlauf ungerahmt

Galerie zum Bild „Nur ein Augenblick“, 60 x 60 cm, Acryl auf Holz, 2016

Begegnungen sind bereichernd, erweitern unseren Horizont und erfüllen uns. Ob man sich mit einem anderen Menschen versteht … es reicht ein Augenblick, um es heraus zu finden. Ist dem so, oder braucht es einen dieser besonderen „AUGENBLICKE“, bei dem man das wirklich kann? Der erste Eindruck ist der Anfang eines Puzzles, das sich einerseits mit der Zeit selbst vollendet oder uns solange probieren lässt, bis die Teile für uns ein Ganzes ergeben.

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Weiss

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Viridin

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Gelb

Fotografiert im LuxoFrame ohne Beleuchtung

Video im Farbdurchlauf

Galerie zum Bild „Herbsttag – Rilke-Projekt“, 80 x 100 cm, Acryl auf HDF, 2017

Herbsttag – Rainer M. Rilke

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein; Gib ihnen noch zwei südlichere Tage, dränge sie zur Vollendung hin, und jage die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Passend zum Gedicht ist dieses Bild an einem Herbsttag entstanden. Gleich hinterm Haus lässt sich genau dieser Vogelbeerbaum mit diesem Ausblick dahinter finden. Der würzige Duft des Herbstes lässt den Betrachter in eine gelassene Zufriedenheit gleiten. Elwida hat sich in ihrer Lebenssituation dargestellt, lädt entwaffnend und verletzlich zum Genießen ein.

Fotografiert im LuxoFrame ohne Beleuchtung

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Gelb

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Rot

Fotografiert im LuxoFrame Leuchtfarbe Viridin

Video im Farbdurchlauf

Galerie zum Bild „Schwarzes Schaf“, 120 x 100 cm, Acryl auf Leinwand, 2010

Viele von Elwidas Bildern entstehen aus Erlebnissen, Impressionen, in kurzen aber intensiven Augenblicken oder Gefühlsmomenten zwischen unten und oben, dunkel oder hell. Dieses Bild soll einerseits Energie und Lebensfreude ausstrahlen aber auch symbolisieren, dass jeder, und sei es im entlegendsten Winkel seiner selbst etwas hat, um das er sich sorgt, das passiert, wenn es passiert und dass auch das größte Funkeln in der Lage ist, Schatten zu produzieren.

Galerie zum Bild „Blumen-Claudia“, 80 x 120 cm, Acryl auf Leinwand, 2015

Jedes Jahr im späten Frühling, wenn die Nachtfröste vorbei sind, schmückte Blumen-Claudia unsere Fenster mit Blumenkästen. Es ist eine Freude, wie sie immer neue Varianten zaubert, so dass unser Häuschen bis in den Herbst hinein eine Augenweide ist. Irgendwann sah ich an Claudia eine Wölbung und da sie ansonsten sehr schlank war, zog ich daraus Schlüsse, die wohl jede Frau geneigt ist zu ziehen, wenn das weibliche Gegenüber dergestalt Veränderung annimmt. Bei einer Vernissage in der ADA-Galerie in Meiningen war ich faszinierten den Bildern Christoph Wetzels. Dieser malte die Deckengemälde in der Frauenkirche in Dresden, wie ich damals erfuhr. In seiner Ausstellung erregte die meiste Aufmerksamkeit ein weiblicher Akt ( seine Tochter ) kurz vor der Entbindung. Die Reife der Frucht im Leib der Frau war derart gemalt, dass man meinte, sie sogleich entbinden sehen zu müssen. Dieses Erlebnis, im Zusammenhang mit den langen und ausgedehnten Übungen des Aktzeichnens bei Herbert König in der Alten Schule in Mäbendorf, ließ in dem Augenblick der Wahrnehmung des Umstandes von Claudia den Wunsch wachsen, den Anblick kurz vor der Geburt das erwarteten Kindes fest zu halten. Also faste ich mir ein Herz, und fragte Claudia, kurzum, sie stimmte zu und wir vereinbarten eine Termin Ende Oktober. Beim Zusammentreffen bat ich sie, die gebundenen Haare fallen  und die Stiefel anzulassen ( ein glücklicher Umstand, dass sie sie trug !). Auf dem Schaffell sah sie bezaubernd aus, (Wir hielten aber auch andere Situationen fest. So dass viel Material noch zur Verfügung steht für weitere Bilder.) Nach den Entwürfen, bei denen mein Vater in Schwerin mir mit Rat und Tat zu Seite stand, kristallisierte sich immer mehr heraus, welche Stellage interessant war, um Abstraktion und die für mich neue Art, mit Metallic- Farbe und Glitter zu malen in Einklang zu bringen.

Galerie Seerosen-Mädchen, 70 x 50 cm, 3 Teile

Seerosen-Mädchen 1: Im Sommer 2011 entstand dieses Bild aufbauend auf einen Entwurf aus dem Jahr 2008. Bei einem Besuch im zoologischen Garten „Wilhelma“ in Stuttgart entdeckte Elwida riesige Seerosenblätter, auf denen liegende Menschen durchaus Platz fänden. So wurde aus dem fliegenden Teppich (ein früherer Entwurf aus Aquarellkreide) unter meinem  blutjungen weiblichen Akt ein Seerosenblatt. In einer Diskussion mit Udo Eisenacher, einem darstellenden Künstler aus Meiningen, bekam ich die Empfehlung, ein Bild mehrmals zu malen. Dass dieser Hinweis relativ schnell Umsetzung fand, konnte ich zu der Zeit, an dem Tag nicht ahnen, denn auf dem Rückweg von Meiningen, mit dem fertigen Bild im Kofferraum, erfuhr ich aus den Nachrichten aus dem Autoradio von dem Mord an den vielen jungen Menschen in Norwegen. Es war der 22. Juli 2011.

Seerosen-Mädchen 2: Unter dem Eindruck dieses Ereignisses versuchte Elwida ihre Wut in ein weiteres Bild zu packen. Sie sammelte Material über Techniken, die die Bewegung gut wieder gaben. Willi Sittes ständige Ausstellung in Merseburg gab mir genügend Stoff, die Technik zu finden, um den Todeskampf des Seerosenmädchens darzustellen. Bei Elwida es gibt kein Bild, das sie je gemalt hat, was so schnell fertig wurde. Bewusst hat sie am Ende der Entwurfsphase abgebrochen.

SeerosenMädchen 3: Einige Jahre nach dem zweiten Bild fand Elwida, dass es Zeit wird, das Vergessen um diesen schlimmen Tag aufzuarbeiten. Wenn man nicht selbst.betroffen ist, gerät schnell in Vergessenheit, was nicht vergessen werden sollte. Die Geschichte der Jahre seit 2011 sagt uns immer wieder, dass unser Leben unbeschützt nicht gefahrlos ist. Such die Seerosenblüte auf dem wieder zusammengesetzten Foto! Verschwunden ist sie, ein für alle mal, weil man einen Irren gewähren ließ. Elwida hat ganz bewusst die Technik Acryl-Metallic-Glitter eingesetzt, um zu provozieren. Hauptsache wir vergessen nicht.

 

 

 

Galerie zum Bild „Tom“, 60 x 60 cm, Acryl auf Holz, 2016

Tom, der „Holzwurm“ unter Elwidas Freunden, ist ein ganz Genauer, einer, der ganz viele Ideen hat, wie man was aus Holz bauen könnte, einer, der alles sehr genau nimmt. In vielen Zusammenkünften und Feiern nimmt er genau die dargestellte Pose ein. Holz ist sein Material, das er kennt. So hat Elwida die Struktur auf der Bildplatte hervorgeholt, diese adaptiert und in seine Gestalt übergehen lassen. Die Astlöcher sind Schmuckstücke, welche sie auch als solche dargestellt hat. Das Blut aus seinem Herzen geht in seine Hände, weil er mit Herzblut agiert.

Galerie zum Bild „Du musst das Leben nicht verstehn (Rilke-Projekt), 60 x 60 cm, Acryl auf Holz, 2016

Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.
Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.
Rainer Maria Rilke

Dieses Gedicht nahm Elwida zum Anlass, ein Bild zu malen. Es spiegelt ihren Wunsch wieder, dass ihre Tochter diese Worte für sich entdeckt. Greife nach dem Augenblick, lass die Zeit (und den Druck, der durch diese ausgeübt wird) links liegen, ignoriere Löcher, in die du fallen könntest, sieh das Schöne, das vor dir liegt.